Livestream – Gründe

An dieser Stelle wollen wir erklären, warum wir uns für einen Livestream im Studierendenparlament einsetzen.

Die jährlichen Uni-Wahlen stehen an, bei der ihr eure studentischen Vertreter*innen wählen könnt. Hierbei wählt ihr neben eurer Fachschaft auch das Studierendenparlament. Zwei Hauptaufgaben des Studierendenparlaments sind die Wahl und Kontrolle des AStAs, sowie der Beschluss (und ggf. Änderung) des studentischen Haushalts.[1] Das Studierendenparlament (StuPa) ist ein sehr wichtiges Gremium, von dem jedoch auch viele nicht wissen, dass es das Gremium gibt, geschweige denn, was es macht. Oft wird die Wahl auch so kommuniziert, dass der AStA gewählt wird. Das ist jedoch nur zum Teil richtig, denn aus den Reihen des Studierendenparlaments wird erst der AStA gewählt.

Wir wollen an dieser Stelle erläutern weswegen wir die Einrichtung eines Livestreams als sehr wichtig empfinden. Das soll jedoch nicht die Wichtigkeit schmälern zusätzlich bekannt zu machen, dass es das Studierendenparlament gibt und wofür es das Parlament gibt und was es überhaupt macht.

Man sollte beides nicht voneinander trennen. Information und Partizipation, empfinden wir als sehr wichtig. Deshalb soll der Livestream nur ein Teil einer von uns angestrebten Öffentlichkeits- und Transarbeit an der Uni sein.

Wir wollen mit einem Livestream verschiedenerlei bewirken:

Grund  1: Bekanntheit

Das Studierendenparlament (StuPa) ist relativ unbekannt. Das liegt daran, dass Veranstaltungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen meistens vom AStA durchgeführt werden, da dieser ein ausführendes Organ ist. Das Studierendenparlament hat hingegen vielmehr legislative Funktionen – wenn auch es inzwischen, mit dem Campusmarkt, eine Veranstaltung gibt die direkt vom Studierendenparlament durchgeführt wird.

Die Arbeit des Studierendenparlaments ist jedoch auf keinen Fall unnötig. Im Studierendenparlament werden, neben den oben aufgeführten Handlungen, auch längerfristige Verträge verabschiedet,  es werden Anträge über höhere Summen diskutiert und abgestimmt und das Studierendenparlament setzt auch einen großen Teil des Semesterbeitrags fest. Auch die Hinzunahme des NVV-Tarifgebietes musste im Studierendenparlament zunächst abgestimmt werden und eine Mehrheit finden.

Ein Livestream würde es ermöglichen, das Studierendenparlament und seine Arbeit bekannter zu machen. Uns ist klar, dass ein Livestream ordentlich beworben werden muss, doch es gibt genug Wege um eine hohe Bekanntheit zu erreichen.

Grund 2: Platz im Raum

In der Regel tagt das Studierendenparlament im Studierendenhaus in Bockenheim. Ein anderer Ort ist von der – derzeit – tragenden Mehrheit im Studierendenparlament nicht gewünscht, da dort ja auch die ganze Infrastruktur sei. Dass die Räume akustisch nicht geeignet und ohnehin viel zu klein sind, wird dabei außer Acht gelassen. Der Platz reicht in der Regel Knapp für die 25 Parlamentarier + ein paar Gäste. Da aber oft auch nicht-Parlamentarier aus den Hochschulgruppen dazu kommen, sowie die AStA-Referenten die berichten müssen, ist meistens kein Platz mehr für andere Gäste. Da ist es ein „erfreulicher Umstand“, dass niemand vorbeikommt. Wenn jedoch einige Studierende sich entscheiden würden vorbei zu kommen, hätten sie in der Regel es schwer einen Platz zu finden. Dahingegen könnte ein Livestream auch die Platzproblematik lösen.

Grund 3: Erreichbarkeit für alle

Wie bereits geschrieben tagt das Studierendenparlament in der Regel in Bockenheim. Studierende die jedoch nur am Campus IG-Farben/Westend bzw. am Riedberg, Ginnheim oder Niederrad studieren, haben dadurch kaum bis keine Möglichkeit bei einer Sitzung vorbeizuschauen. Jeder soll wählen, aber nur eine ausgewählte Gruppe – nämlich diejenigen die mitbekommen wann die Sitzungen sind und in Bockenheim studieren bzw.  genug Zeit haben um nach Bockenheim zu pendeln – darf auch wissen, was die Leute machen die sie gewählt haben. Und selbst wenn man zu dieser Gruppe gehört, muss man Glück haben, dass genau zu dem Zeitpunkt, zu dem man Zeit hat, auch gerade ein interessantes Thema besprochen wird.

Es ist unserer Meinung nach kein Wunder, dass sich unter diesen Voraussetzungen so wenig Gäste im Studierendenparlament einfinden. Zudem ist weitgehend unbekannt – das war es uns selbst eine lange Zeit -, dass die Sitzungen des Studierendenparlaments öffentlich sind und man jederzeit kommen und gehen kann.

Mit einem Livestream ist es hingegen allen Studierenden möglich sich in eine Studierendenparlamentssitzung  einzuklicken und sie sich anzuschauen. Es wird nur ein Internetzugang gebraucht. Bei einem Livestream kann man ebenfalls jederzeit reinschauen und das Fenster schließen. Es geht dazu auch von jedem Campus.

Mit dem Livestream, sollte zudem eine Seite eingerichtet werden,  die alle aktuellen Themen des Studierendenparlament darlegt. Somit auch die Zeiten der nächsten Sitzungen. Diese möchten wir aber auch zusätzlich mehr bewerben und beworben sehen.

Ein Livestream ist eine Sache, zu wissen wann die Sitzungen sind ist eine andere – und diese ist mindestens ebenso wichtig!

Grund 4: Einbezug von allen

Der Livestream soll nicht nur zum Konsumieren anregen. Parallel soll es Möglichkeiten geben, dass auch vom Computer aus mit ins Geschehen eingegriffen werden kann. Aus Reihen der AG-Öffentlichkeitsarbeit ist die Idee gekommen eine Twitterwall einzurichten. Damit soll es die Möglichkeit geben Fragen zu stellen und Aussagen zu kommentieren, die dann in den Sitzungen aufgegriffen werden. Wir finden die Idee ebenfalls gut. In Kombination mit beidem soll ein Einbezug geschaffen werden, der noch nie dagewesen war.

Dann kann sich die studentische Vertretung vielleicht tatsächlich auch so nennen.

Grund 5: Was ist wenn Interesse da ist, aber keine Zeit?

Auch hierzu haben wir uns schon Gedanken gemacht. Wir präferieren das System, dass die Aufnahmen eine Woche gespeichert bleiben (entweder komplett, oder nur die interessanten Punkte – da sind wir uns noch nicht einig, da eine Sitzung schonmal 11 Stunden gehen kann).

Nach der Woche werden die Aufnahmen offline genommen. So haben auch diejenigen die Chance sich die Sitzung anzuschauen, die keine Zeit am eigentlichen Sitzungstermin haben.

Grund 6: Was machen eigentlich die Parlamentarier?

Dieser Aspekt ist ein positiver Nebeneffekt, den wir bei der Einrichtung eines Livestreams sehen. Im Studierendenparlament zeigen einige Gruppen ein Gesicht, das sie bei der Wahl nie ausgepackt hätten. Von persönlichen Beleidigungen, über Schreitiraden bis hin zu Drohungen kann da alles dabei sein. Auch zeigt sich deutlich, dass einige Gruppen mit anderen Inhalten werben, als sie letztlich im Parlament vertreten.

Ein Livestream könnte es ermöglichen, dass man im Studierendenparlament wieder arbeiten kann. Wir hoffen, dass die Einrichtung eines Livestreams als Nebeneffekt zur Folge hat, dass nicht mehr sinnlos eine Stunde über die Tagesordnung diskutiert wird und dabei Papierkügelchen durch die Luft fliegen. Wir hoffen, dass das Bewusstsein von Zuschauern dazu führt spätpupertäre Verhaltensauswüchse einzudämmen die sich zum Teil schlimmer kristallisieren als bei einer hochpupertären Mittelstufenklasse.

Dieser kleine Nebeneffekt, ist zumindest eine wünschenswerte Hoffnung. 😉

Im Folgenden möchten wir ein paar Einwände kommentieren, die schon einmal geäußert wurden:

Einwand 1: Die Sitzungen sind ohnehin öffentlich und keiner geht hin. Es wird auch an einem Livestream kein Interesse geben.

Wie bereits oben geschrieben, muss der Livestream und die Sitzungen ordentlich beworben werden. Um zu zeigen, dass es Interesse gibt, machen wir unsere Aktion.

Einwand 2: Was ist, wenn Themen behandelt werden oder Gäste kommen die nicht gefilmt werden sollen?

Da gibt es ein ganz einfaches Mittel: Den AUS-Knopf! So schwer ist es nicht bei einer Aufnahme in Pause zu gehen. Und wenn der betroffene Gast länger im Raum ist, kann er/sie auch einfach aus dem Fokus der Kamera gesetzt werden.

Zu dem Aspekt, wann in Pause gegangen werden soll, arbeitet die AG-Öffentlichkeitsarbeit auch an einer Ordnung.

Einwand 3: Es kostet zu viel

Wir sind in Kontakt getreten mit Gießen die schon länger einen Livestream im Studierendenparlament und im AStA haben. Die Kosten belaufen sich dort auf ca. 2000€. Wenn man bedenkt, was jedes Jahr der AStA an Anschaffungen macht und in welchen Höhen, ist das wirklich nicht viel – besonders weil man zusätzlich auch noch schauen sollte ob nicht schon Equipment vor Ort vorhanden ist.

Einwand 4: Die Anwesenden trauen sich dann weniger sich zu Wort zu melden

Wir fänden es sehr schade, wenn dies tatsächlich der Fall wäre. Doch wir glauben nicht, dass eine größere Hemmnis entstehen würde, wenn ein Livestream geschaltet würde. Im Gegenteil wird selbst aus den Reihen des Studierendenparlaments ebenfalls gesagt, dass ein größeres Posieren von Leuten befürchtet würde. (Dazu mehr unter Einwand 7)

Die VertreterInnen im Studierendenparlament wurden gewählt. Sie wurden für die Vertretung ihrer Meinung und Ziele gewählt die sie zuvor angekündigt hatten. Wenn man sich zur Wahl aufstellen lässt, sollte sich unserer Meinung nach nicht gefürchtet werden vor den Menschen zu reden, die einen möglicherweise gewählt haben. Zudem sollte man unserer Meinung nach hinter seinem Gesagtem schon stehen können, wenn man sich zur Wahl aufstellen lässt.

Und auch bei den Gästen machen wir uns weniger Sorgen. Einerseits wissen die Gäste es vorher, dass es einen Livestream gibt und können ihre Beiträge entsprechend vorbereiten. Andererseits sind wir der Meinung, dass man in solchen Fällen zum Beispiel eine Streamingpause einlegen kann. Ein Livestream sollte nicht einschüchtern. Es sind uns aber aus anderen Unis auch keine Fälle bekannt, wo signifikant mehr Leute Angst hatten etwas zu sagen.

Im Gegenteil ist es vielmehr so, dass die Kamera auch irgendwann einfach vergessen wird.

Einwand 5: Die Personen im Parlament sind dort als Privatpersonen

Ja und nein. Außerhalb des Parlaments sind Stuparier*innen Privatpersonen. Doch in ihrem Handeln im Studierendenparlament und für das Studierendenparlament (also als Stuparier*in/Parlamentarier*in), sind sie hochschulöffentliche Personen, da sie hochschulöffentlich gewählt wurden. In diesem Rahmen sind sie keine Privatpersonen und jede*r Studierende hat ein Recht zu erfahren, was die Gruppe/die Personen machen die sie gewählt haben.

Einwand 6: Was ist wenn Ausschnitte auf Youtube gestellt werden?

Das kann, wie bereits geschrieben, auch jetzt schon geschehen. Wenn ein Gast mit seinem Handy eine Aufnahme macht, kann er diese aus Youtube stellen. Das gleiche gilt für Aufnahmen von Stuparier*innen und anderen.

Das einzige was versucht werden kann, ist zu schauen eine möglichst sichere Plattform zu finden die es erschwert Videos zu downloaden. Doch dank der modernen Technik ist das fast unmöglich.

Einwand 7: Die Personen werden sich noch mehr zur Schau stellen

Darauf kann man nur antworten: Das machen sie jetzt schon. Noch mehr zur Schau stellen würde so gekünstelt abstrus wirken, dass es für alle Beteiligten nur unterhaltsam sein kann


[1] Dieser setzt sich zusammen aus den 8, 50€ die ihr jedes Jahr an die verfasste Studierendenschaft mit eurem Semesterbeitrag zahlt.

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